Ich schreib in meiner Freizeit ab und zu kleine Geschichten oder Sprüche.
Wünsche euch viel Spaß beim Lesen c:
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#3. Einsamkeit
18:05 Uhr
Ich höre die leichten Wellen des Sees und das Zwitschern der Vögel. Die schmahlen Sonnenstrahlen, die durch die Gardinen scheinen, lassen mein Zimmer in einem orangefarbenen Ton erstahlen. Es wirkt ziemlich entspannend auf mich. Mum ist seit zwei Stunden "geschäftlich" unterwegs.
Von draußen höre ich plötzlich ein leises Knirschen der Kiselsteine. Es wird immer lauter. Zwei Personen laufen die Einfahrt unseres Hauses entlang.
"...also... dann schreib mir einfach, falls es am Freitag klappt. Ich würde mich sehr freuen, dich zu sehen."
"Wie könnte ich dich mit diesen Volltrottel alleine lassen?"
Gelächter. Ich höre eine helle Mädchenstimme und die eines Jungen.
"Warte..." ruft der Junge.
Mein Körper fühlt sich schwer an, doch ich zwinge mich auf die Beine und schaue aus dem Fenster.
Ein junges Paar umarmt sich. Er schaut ihr tief in die Augen und küsst sie innig auf die Lippen.
"Ich liebe dich. Ich freue mich schon drauf, dich wieder zu sehen."
Das Mädchen lächelt. "Ich liebe dich auch. Ruf mich an und sag bescheid, wie es deiner Schwester geht."
"Das mach ich." Mit einem Kuss auf die Stirn verabschiedet sich Trevor von seiner Freundin und geht ins Haus. Die beiden müssen sich wohl sehr gern haben. Ob ich wohl auch eine Person in meinem Leben habe, die mir so wichtig ist? Die mich so sehr liebt? David. Ja, David liebt mich doch. Oder?
"Emily! Hey, wie geht es dir, Schwesterherz?" Trevor tritt in mein Zimmer und holt mich aus meinen Gedanken. Wow, ich hatte ihn ganz anders in meiner Erinnerung. Er ist groß, sehr muskulös und hat dunkelbraune Haare, die ihm leicht ins Gesicht fallen. Seine wunderschönen, hellen Augen sehen mich an. Sie strahlen vor Glück. Er kommt auf mich zu und drückt mich ganz fest. Wieso bin ich so steif? Ich kann mich nicht regen vor Aufregung. Ich schlinge meine Arme ganz fest um ihn. Es tut gut und fühlt sich sehr vertraut an. Dieses Gefühl hat mir gefehlt.
"Jetzt geht es mir viel besser."
"Wie fühlst du dich?" möchte er wissen.
"Wie eine ausgelaugte Tomate. Ich kann kaum stehen und meine Knie zittern. Aber hey, dafür bist du jetzt da und kannst mich tragen. Ich bin so froh, dich zu sehen!"
Trevor lacht. "Wenigstens hast du deinen Humor nicht verloren. Klar trag' ich dich, hast du Hunger? Lass uns in die Küche."
Er nimmt mich Huckepack und trägt mich die Treppen runter. Wir sitzen da und unterhalten uns. Wir reden über alles, was in der letzten Zeit geschehen ist und erzählt mir Dinge, die vor meinem Unfall geschehen sind. Meine Erinnerungen kommen nicht wieder.
"Hast du Lust auf ein Bier?" Trevor bückt sich, um eine Bierflasche aus dem Kasten zu holen. Dabei rutscht ihm sein T-Shirt hoch und ich entdecke eine riesige, tiefe Narbe auf seinem Rücken.
"Nein, ich... was ist das für eine schreckliche Narbe auf deinem Rücken?" Entsetzt schaue ich zu Trevor und warte auf eine Antwort, doch von ihm kommt nur: "Keine Sorge. Ist nur ein kleiner Arbeitsunfall." Er lächelt, in seinem Gesicht erkenne ich einen kleinen, traurigen Jungen, der seine Schwester um jeden Preis beschützen würde. Ich erinnere mich an ein Ereignis vor 12 Jahren, als mein Bruder mich vor einem wilden Hund rettete, welcher sich auf mich gestürtzt hatte und mich schwer verletzte. Trevor zerrte das Tier von mir und schlug es mit einem Stock. Seine Augen waren voller Wut, als er auf das Tier einschlug. Es war so grausam, mit welcher Wucht er-
"Alles okay?"
...auf das Tier prügelte, bis es davon humpelte. Er trug mich heim und versorgte meinen verletzten Arm. Ich schrie und weinte ganz laut, weil die Wunde höllisch brannte.
"Emily, hörst du mich?" Mit diesen Worten holt mich Trevor wieder zurück in die Gegenwart.
"ja mir geht es gut... ich musste gerade nur an etwas denken." Diese Erinnerung verursacht ein ungutes Gefühl in mir. Wieso muss ich gerade jetzt an sowas denken?
"Tut mir leid, dass ich dich jetzt schon verlassen muss, dabei bist du heute wieder endlich aus dem Krankenhaus entlassen worden. Aber ich muss noch dringend etwas erledigen. Ich bin bald wieder zurück. Leg dich am besten noch etwas hin. Im Gefrierfach haben wir noch Pizza, falls du doch noch Hunger bekommst." Mit diesen Worten verlässt Trevor hastig das Haus, nachdem er eine SMS bekommt. Er ist merkwürdig und geheimnisvoll. Was ist nur los mit allen?
Und wieder einmal bin ich ganz alleine im Haus.
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| Emily & Trevor |
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#2. Zuhause
14:36 Uhr
Mum und ich fahren eine Landstraße entlang. Die Sonne scheint, es ist ein warmer Tag. Im Radio läuft She is staggering, Mum mag diesen Song und dreht die Lautstärke hoch. Ich rolle die Fensterscheibe etwas herunter, strecke meinen Kopf hinaus und genieße den abkühlenden Wind in meinem Gesicht.
Ich kann es kaum erwarten, endlich nachhause zu kommen. Mittlerweile kommen die meisten Erinnerungen hoch. Ich erinnere mich an meine Geburtstagsparty als ich 10 wurde. An diesem Tag stellte Dad eine Hüpfburg in unserem Garten auf und ich lud einpaar Freunde ein. Wir haben den ganzen Tag getobt und später eine riesige Schokotorte verdrückt, die ich zusammen mit meiner Mum gemacht habe. Oder mein Aufenthalt in London, als ich meine Cousine besuchte. Es war ein wundervoller Winter, als ich das Schlittschuhlaufen erlernte. An dem Tag bin ich unzählige Male auf den Hintern geflogen, aber das war es auf jeden Fall wert.
Jedenfalls kann ich mich an das Wichtigste erinnern. Ich bin 17 Jahre alt. Mein älterer Bruder Trevor ist 19. Er arbeitet am Wochenende immer im Cafe und geht aufs College. Er spielt gern Gitarre und liebt Ravioli. Keine Ahnung, wieso ich mir sowas merke. Wir leben gemeinsam mit unserer Mutter in einem kleinen Haus am See, am Rande der Stadt. Mein Dad ist vor 4 Jahren an Herzschwäche gestorben.
Ich gehe in die 11. Klasse,habe einen Freund und die zwei besten Freunde, die man sich wünschen kann: Levi und Siv. Mein Freund heißt übrigens David. Wir lernten uns damals auf einem Festival kennen. Siv und ich waren total zugedröhnt und platzten mitten in der Nacht plötzlich in das Zelt von David und seinen Kumpels Steve und Tony. Denen machte es natürlich nichts aus, also teilten sie ihre Schlafsäcke mit uns und wir blieben dort. Wir konnten zuerst nicht schlafen, also liefen wir noch etwas rum, schrien und lachten wie Verrückte, erzählten uns Geschichten und lernten einander besser kennen. Am nächsten Morgen bot Tony an, uns mit seinem Auto mitzunehmen. Er hatte ein Auge auf Siv geworfen und seitdem hängt Tony immer mit uns ab.
Ich habe das Gefühl, zurzeit läuft alles gut, obwohl ich mich nicht an die letzten 2 Monate vor meinem Unfall erinnern kann. Ich hoffe wirklich, die Erinnerungen kommen schnell zurück. Es fühlt sich total merkwürdig an, nicht zu wissen was die letzten Monate geschehen ist.
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Erinnerungen.
Manchmal sehe ich alte Fotographien und denk mir... was ist bloß schief gelaufen?
Was habe ich falsch gemacht und was hätte ich tun sollen, um den Verlust dieser Menschen, die darauf abgebildet sind, zu verhindern? Vielleicht lag die Schuld aber auch nicht bei mir. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich viel zu viel über diese Personen nachdenke, als dass sie es verdient hätten.
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Fremde Gesichter überall. Sie stehen und mich herum. Ich sehe, dass sie sprechen, doch verstehe nichts.
Ich will nicht zuhören. Alles ist verschwommen. Mein Kopf dröhnt. Ich fühle mich so leer. Wo befinde ich mich? Wer sind diese Leute? Wer bin ich? Ich habe keine Ahnung. Schließe meine Augen, spühre nichts. . Mein Körper ist taub. Angst. Verwirrung. Hilflosigkeit. Was ist nur geschehen? Befreit mich bitte jemand aus dieser Hölle?
Samstag, 11. August, 13:05 Uhr
Ich höre Schritte. Jemand öffnet das Fenster. Warme Sonnenstrahlen spühre ich auf meiner Haut, die Vögel zwitschern. Langsam versuche ich, meine Augen zu öffnen. Das viel zu helle Zimmer blendet mich. Vor mir steht eine Frau. Sie schaut mich an, ihr Mund leicht geöffnet. Mir fällt es immernoch schwer, meine Augen offen zu halten. Die äußerst jung aussehende Frau trägt, für ihr Alter, ziemlich altmodische und dunkle Klamotten. Eine braune Strickjacke und eine Dunkle Jeans. Ihre hellen Haare hat sie zu einem lockeren Zopf gebunden, welcher ihr auf ihre rechten Schulter fällt. Mir fallen ihre schönen Augen sofort auf, mit denen sie Löcher in mich starrt. Sie geht einige Schritte auf mich zu.
"Emily... ich bin so froh, dass du wach bist. Wie fühlst du dich?"
Sie setzt sich an mein Bett und umarmt mich. Es fühlt sich seltsam an. Ihr Geruch und ihre Stimme sind mir sehr vertraut. Ihre Nähe fühlt sich wundervoll an. Wieder schaut sie mich an, mit ihren großen, blauen Augen. So viele Fragen möchte ich ihr stellen, doch ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
"Wo bin ich?" frage ich mit heiserer Stimme.
Die Frau setzt schlagartig eine traurige Miene auf. Ihre zuvor hochgezogenen Mundwinkel sinken herab, sie schaut herunter. Dann fängt sie mit leiser und bedrückter Stimme zu reden an.
"Du... hattest einen Autounfall und leidest an einer Gehirnerschütterung. Hast 2 Monate im Koma gelegen und-" sie bricht ab und schluchzt. Als sie sich wieder beruhigt, fährt sie fort.
"Wir befinden uns gerade in einem Krankenhaus. Der Arzt meinte, es würde eine Weile dauern, bis du dich an etwas erinnern kannst." Ein hoffnungsvoller Blick in meine Augen.
"Wir können jetzt endlich nachhause fahren." Ihre warme und ruhige Stimme hat etwas in mir ausgelöst. Blitzartig kommen die Erinnerungen wieder -
Diese Frau ist meine Mutter.
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this.
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♥I crave you
in the most
innocent form.
I crave to say
good night
and give you
forehead kisses
and to say
that I adore you
when you feel
at your worst.
I crave you
in ways
where I just
want to be
next to you
and nothing
more or less.
♥
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...
Worte treffen.




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